Drucken

Tanz

Tanz

Tanz

 

In der Stillen Musik spielt der Tanz eine wichtige Rolle. Seine rhythmischen Impulse erzeugen ihre typische Intensität und Leichtigkeit. Diese Tänze können tatsächlich zum physischen Tanzen gedacht sein oder stilisierte hochverfeinerte Kunstformen darstellen, die eher den Tanz des Universums, die Zyklen der Gestirne oder die Rhythmen der Natur widerspiegeln.

 

Zwischen diesen beiden Polen finden sich viele Varianten: die paarweise getanzte Pavane erzeugt durch ihre sanften, ruhigen Bewegungen ein seltsam schwebendes, fast unkörperliches Gefühl, wohingegen z. B. deftige „Paurentäntze“ sehr temperamentvoll sind.

Die eigentlich körperbetonte Galliarde – ein intensiver Sprungtanz - kann etwa in französischer Barocklautenmusik als geheimnisvoll lyrisches Kunstwerk erscheinen. Rein konzertante Fantasien und Fugen finden sich andererseits sehr rhythmisch konzipiert und tragen manchmal jazzähnliche Züge.  Der kompositorischen Fantasie setzte man also keine Grenzen.

 

Bei aller tänzerischen Expressivität und Vielfalt spielte Eleganz jedoch eine besonders wichtige Rolle. Schon durch das aparte, feine Kolorit von Laute und Viola da Gamba war ein Klangraum garantiert, der keine aufdringlichen, schwerfälligen oder gar dumpf-trampeligen Tanzformen erlaubte. Die vor allem in der Renaissance sehr gegenwärtige Idee des sich verfeinernden Menschen, des Edelmenschen stand hinter der Praxis dieser tanzerfüllten Kunstmusik.

 

© Lutz Kirchhof, Weilburg 2015