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Laute und Gambe

Laute und Gambe

Laute und Gambe

 

Die Laute wurde in der Renaissance als „Königin der Instrumente“ angesehen, wobei die Viola da Gamba ein mit ihr eng verwandtes Instrument ist. Organologen ordnen Streichinstrumente wie die Gambe als Lauteninstrumente ein.

 

Die Spanische Variante der Laute, ein gitarrenähnliches Zargeninstrument wurde Vihuela de mano genannt – bzw. viola da mano in Italien. Man meinte damit ein mit der Hand gespieltes Violeninstrument, ihre Saiten werden mit den Fingern angeschlagen. Außerdem gab es die Vihuela de penola (mit einem Plektrum gespielte Viola) und Vihuela de arco, eine mit dem Bogen gespielte Viola, die dann auch den Namen Viola da Gamba (mit den Beinen gehaltene Viola) bekam. Der Unterschied der Instrumente wurde nur darin gesehen, wie der Spieler die Saiten berührte.

 

Die Verwandtschaft von Laute und Gambe zeigt sich aber vor allem in ihrer klanglichen Ergänzung, die - bei richtiger Strichtechnik! - zu einer bezaubernden Verschmelzung der Instrumentenfarben führen kann. Gemeinsam erzeugte Melodielinien erhalten so einen unverwechselbaren Klangcharakter, der die Herzen feinsinniger Zuhörer verzauberte.

 

In Gemälden findet man Liebespaare, die mit Laute und Viola da Gamba ihre Gefühle ausdrücken und gemeinsam in einer Sphäre romantischer Zeitlosigkeit zu schweben scheinen.

 

John Dowland, der berühmte englische Lautenist und Komponist, kombinierte in seinen Kammermusik-Kompositionen bevorzugt Laute und Viola da Gamba, wobei er bis zu fünf (!) Gamben mit der Laute konzertieren ließ und damit „tief empfundene“ Emotionen ausdrückte.

 

Die Beliebtheit von Laute und Viola da Gamba war sehr groß, so dass sie an Europäischen Höfen eine hervorragende Stellung bekamen. Die Solisten dieser Instrumente waren sehr angesehen und wurden königlich belohnt.

 

Aber auch Allchymisten und Gelehrte bedienten sich bevorzugt der angenehmen Klänge von Laute und Viola da Gamba. Ihre Musik sollte bei geistiger Überarbeitung zu Ausgeglichenheit und einem „aufgeräumtenGemüt geführt haben.

 

Ich denke, dass man diese harmonisierenden und beruhigenden Wirkungen auch heute, bei unserer kopflastigen Lebensweise (Schreibtisch- Computerarbeit, Fernsehen, Handy & Co., ständiges Bedienen von Geräten, inflationäre Beschäftigung mit Gebrauchsanweisungen, Formularen, Passwörtern ...) ganz gut gebrauchen kann...

 

© Lutz Kirchhof, Weilburg 2015